Werner Richard Heymann 14.2.1896 - 30.5.1961

Termine, Presse

13. August, GRAAL-MÜRITZ

DAS GIBT'S NUR EINMAL

Werner Richard Heymann-Liederabend mit Scarlett O'

 

12. August, BORN

DAS GIBT'S NUR EINMAL

Werner Richard Heymann-Liederabend mit Scarlett O'

 

Sonntag, 30. Juni, 11:00 Uhr Jüdisches Museum Wien
„Werner Richard Heymann“ - Eine Matinee mit Elisabeth Trautwein-Heymann

Elisabeth Trautwein-Heymann gibt im Jüdischen Museum Wien Einblicke in Leben und Schaffen ihres Vaters von der Kindheit in Königsberg über die zwanziger Jahre in Berlin, das Exil in Paris und Hollywood bis zur Nachkriegszeit in München und Salzburg.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Alle MESCHUGGE? Jüdischer Witz und Humor“.

Eintritt frei

 

22. Juni, WALDSIEVERSDORF

DAS GIBT'S NUR EINMAL

Werner Richard Heymann-Liederabend mit Scarlett O'

 

Mo 29. April 2013 20:00 Uhr, Deutsche Oper Berlin

"Das gibt's nur einmal" mit der BigBand der Deutschen Oper Berlin

Ein Abend mit Musik von Werner Richard Heymann
Neue Arrangements von Wolfgang Köhler, Manfred Honetschläger, Achim Rothe und Rolf von Nordenskjöld

Mit groovigen Melodien und atemberaubenden Soli begeistern die Musiker um Jazz-Größe Rolf von Nordenskjöld das Publikum. Die BigBand formiert sich aus Mitgliedern des Opernorchesters und Spitzenmusikern der internationalen Jazz-Szene.

 

Dienstag, 9. April 2013, 19:30 Uhr, Komische Oper Berlin
Dagmar Manzel singt Werner Richard Heymann

Gedenkkonzert aus Anlass des Themenjahres 2013 »Zerstörte Vielfalt«

Nach ihrer Machtübernahme im Januar 1933 gerieten weltanschauliche Gegner umgehend in das Visier des Terrors der Nationalsozialisten. Insbesondere jüdische Künstler waren gezwungen, Deutschland zu verlassen. Das Jahr 1933 steht daher als Beginn eines kulturellen Aderlasses bislang ungeahnten Ausmaßes. Werner Richard Heymann (1896-1961), einer der bedeutendsten Musikschöpfer der Weimarer Republik, stammte aus Königsberg (Pr.) und lebte und seit 1912 in Berlin. Stücke wie »Ein Freund, ein guter Freund«, »Liebling, mein Herz lässt dich grüßen« oder »Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder« tragen heutzutage fast Volksliedcharakter. Wegen seiner jüdischen Abstammung wurde er umgehend von der UFA gekündigt und verließe die deutsche Hauptstadt am 9. April 1933 in Richtung Paris. Später ging er nach Hollywood.

Der Chansonabend »Irgendwo auf der Welt ...« mit der bekannten Schauspielerin Dagmar Manzel und dem Musiker Tal Balshai bietet Einblick in Heymanns Schaffen; Robert Gallinowski verbindet die einzelnen Stücke durch Geschichten aus dem Leben Heymanns. Das Programm präsentiert einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens. Die Interpretation der Lieder ist intim, sie orientiert sich hauptsächlich an den Melodien und Texten, weniger am Aufführungsstil der 1920er und 1930er Jahre. Das Anliegen der Interpreten ist es, einerseits dem Komponisten so vieler unvergesslicher Lieder gerecht werden, dabei aber andererseits nicht auf eine eigene künstlerische Aussage zu verzichten.

»Irgendwo auf der Welt ...« bildete den Auftakt der Jüdischen Kulturtage 2011 in Berlin. Mit dem Gedenkkonzert des Landes Berlin am 9. April 2013 soll 80 Jahre nach Heymanns erzwungener Emigration sein Schicksal stellvertretend für viele andere, die maßgeblich zur Vielfalt dieser Stadt beitrugen, gewürdigt werden.

 

Dienstag, 22.01.2013, 19:30 Uhr, Bayerische Theaterakademie
Suchers musikalische Leidenschaften: Werner Richard Heymann

Musikalische Lesung mit C. Bernd Sucher und dem Studiengang Musical

Der Komponist vertonte Texte von Robert Gilbert, Walter Mehring, Kurt Tucholsky und war ab 1926 Generalmusikdirektor der UFA. 1933 musste er Deutschland verlassen und schrieb in Hollywood mit großem Erfolg zahlreiche Filmmusiken, unter anderem für „Ninotschka“ mit Greta Garbo. Er wurde mehrmals für den Oscar nominiert, zum Beispiel für die Filmmusik zu „Blaubarts achte Frau“, die in Kooperation mit Friedrich Hollaender entstand. Diese Lesung mit dem Studiengang Musical gibt Einblick in sein Leben und sein musikalisches Schaffen.

Ort: Gartensaal, Veranstalter: Bayerische Theaterakademie

Ticket online kaufen

 

Mo. 31.12.12, 15:00 Uhr, König Albert Theater Bad Elster
Die Drei von der Tankstelle

musikalische Komödie nach dem Film von W. Thiele

Ein echter Klassiker zum Silvesterabend! Der UFA-Film „Die Drei von der Tankstelle“ wurde am 15. September 1930 in Berlin uraufgeführt und zählt zu den absoluten Klassikern des deutschen Kinos. 1955 wurde er noch einmal unter dem gleichnamigen Titel verfilmt. In der spritzigen Bühnenfassung erklingt dabei neben dem Schlaherhit dem Song von den guten Freunden u.a. Hits wie „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“ oder das „Das Lied vom Kuckuck“.

Inhalt: Die drei Freunde Willy, Kurt und Hans kehren von einer Reise zurück und stellen fest: sie sind pleite. An einer verlassenen Landstraße kommt ihnen eine neue Geschäftsidee: Als Pächter einer heruntergekommenen Tankstelle soll das große Comeback ins Arbeitsleben gelingen! Beim Dienst lernen alle Drei die reiche und attraktive Lilian Cossmann kennen und verlieben sich in sie. Das gibt Probleme, denn sie kann sich zunächst nicht entscheiden... Damit nehmen die Turbulenzen ihren Lauf!

Ausführende:
Solisten der Landesbühnen Sachsen
Peter Kube, Inszenierung
Uwe Zimmermann, musikalische Leitung

 

10. Dezember 2012, WDR

Dokumentarfilm über Werner Richard Heymann von Enrique Sanchez Lansch

 

Fr. 23. November 2012, 20:00 Uhr, Kammermusiksaal Berlin
Dagmar Manzel

Irgendwo auf der Welt

Dagmar Manzel - Gesang
Özgür Ersoy - Duduk und Baglama
Nikolaus Hanjohr-Popa - Violoncello
Andreas Weiser - Perkussion
Tal Balshai - Klavier und Leitung
Robert Gallinowski - Moderation

Lieder von Werner Richard Heymann

 

20.10.12, 07407 RUDOLSTADT, Theater, Schminkkasten,
Anger 1, 20:00 Uhr

DAS GIBT'S NUR EINMAL

Werner Richard Heymann-Liederabend mit Scarlett O'

 

19.10.12, SUHL

DAS GIBT'S NUR EINMAL

Werner Richard Heymann-Liederabend mit Scarlett O'

 

18.10.12, 13055 BERLIN, Galerie 100, Konrad-Wolf-Str. 99

DAS GIBT'S NUR EINMAL

Werner Richard Heymann-Liederabend mit Scarlett O'

 

Montag, 03. September 2012, ab 17:00 Uhr

Werner Richard Heymann bekommt einen Stern am Boulevard der Stars am Berliner Potsdamer Platz

auf der Potsdamer Straße am Potsdamer Platz

 

Mittwoch, 09. Mai 2012, ARTE, 22:15 Uhr bis 23:10
Dokumentation: SO WIE EIN WUNDER

der neueste Heymann - Film von Helma Sanders Brahms

 

Mittwoch, 09. Mai 2012, Berliner Ensemble, 20:00 Uhr

„Irgendwo auf der Welt“

Dagmar Manzel singt Lieder von Werner Richard Heymann.

Karten und Reservierungen unter Berliner Ensemble.

 

Dagmar Manzel entdeckt Werner Richard Heymann

Ein Film von Enrique Sanchez Lansch

Im BR Fernsehen am Donnerstag, 29.03.2012 um 23:40 Uhr

 


Papa, mein Herz lässt dich grüßen
Wie Werner Richard Heymanns Tochter Elisabeth die Erinnerung an den UFA-Komponisten pflegt

von Jonathan Scheiner

Bezieher des Werner-Richard-Heymann-Newsletter bekamen vor ein paar Jahren zu Weihnachten eine Grußkarte per E-Mail zugeschickt, die ein glücklich strahlendes Paar vor einem Alpenpanorama zeigte. Das Foto war keine historische Aufnahme des Komponisten mit einer der vier Frauen, mit denen er im Laufe seines Lebens verheiratet war. Es handelte sich um ein aktuelles Urlaubsbild. Der Mann darauf war Wolfgang Trautwein, der Archivdirektor der Akademie der Künste Berlin, wo der Nachlass Werner Richard Heymanns liegt.

Die Frau war seine Gattin Elisabeth Trautwein-Heymann, einzige Tochter und Rechtsnachfolgerin des Filmkomponisten. Die beiden kennen sich seit 1997, als sie wegen eines Operettenkongresses nach Berlin kam und ihren künftigen Mann kennenlernte. »Ich habe ihn gesehen und mein Herz hat einen Sprung gemacht. Das war gleich eine Seelenübereinstimmung.«

RÜHRIG Zu dieser Übereinstimmung gehört, dass er sie bei ihrer selbst gestellten Lebensaufgabe unterstützt, die Erinnerung an ihren Vater und sein Werk wachzuhalten. Lange hat Elisabeth Trautwein-Heymann etwa für die Gedenktafel gekämpft, die nun am Haus am Karolingerplatz 5 in Berlin-Westend hängt, jenem von Erich Mendelsohn errichteten Domizil, in dem Heymann bis zu seiner Flucht aus Deutschland lebte.

Ein anderes Mal »habe ich alle in Deutschland aktiven Salonorchester angeschrieben, weil ich die Idee hatte, sie sollten doch die Lieder meines Vaters öfter spielen. Von vielen habe ich keine Antwort erhalten, aber ein paar Leute haben sich dann doch gemeldet«, erzählt die studierte Tanzpädagogin in einer Mischung aus Münchner und Wiener Dialekt, ihren beiden Lebensstationen, bevor sie 1998 nach Berlin übersiedelte.

Zu denen, die sich meldeten, gehörte das Salonorchester Schwanen, das mit der Diseuse Annette Postel ein Album zu Heymanns 50. Todestag in diesem Jahr produziert hat, darauf einige seiner größten Hits wie Das gibt's nur einmal, Liebling, mein Herz lässt dich grüßen oder Irgendwo auf der Welt. Mit dabei auf der CD sind auch eine Reihe von illustren Gästen wie Georg Kreisler, Gert Wilden und – natürlich – Elisabeth Heymann selbst, die Episoden aus dem Leben ihres Vaters erzählt.

Zum Beispiel die traurige Geschichte von dem braunen Königspudel, den Heymann 1933 bei Freunden zurückließ, als er aus Deutschland fliehen musste. Das Tier wurde erschossen, weil es ein »Judenhund« war, erzählt die Tochter. Erfahren hat sie das von ihrem Vater, als der nach dem Krieg der kleinen Elisabeth einen anderen braunen Königspudel schenkte. Kein Wunder, dass der Vater nach seiner Rückkehr aus den USA 1951 nicht jedermann die Hand geben wollte. Er wusste, wer bei den Nazis mitgemacht hatte und wer nicht.

HOLLYWOOD Der gefeierte UFA-Komponist von einst konnte in der jungen Bundesrepublik an seine Vorkriegserfolge anknüpfen. Die Musik zu Kassenschlagern wie Alraune mit Hildegard Knef oder Heidelberger Romanze mit Lilo Pulver stammte von Heymann.

Nachzulesen sind diese biografischen Details in der von Hubert Ortkemper herausgegebenen Biografie Liebling, mein Herz lässt dich grüßen, die in einer erweiterten Neuauflage ebenfalls anlässlich des 50. Todestages erschienen ist. Dort werden auch Heymanns bislang wenig dokumentierten Jahre im Exil beschrieben, die nicht immer nur filmreif verliefen.

In Paris wurden zwar seine Operetten Florestan I., Prince de Monaco und Trente et Quarante am Théatre des Bouffes Parisiens uraufgeführt. Doch in den USA, in die Heymann Ende der 30er-Jahre weitergeflüchtet war, hatte der einst berühmteste Filmkomponist Deutschlands einen schweren Start, bevor er in Hollywood Fuß fassen konnte. Dann aber kam der Erfolg wieder, unter anderem mit der Musik zu Ernst Lubitschs Ninotschka mit Greta Garbo in der Hauptrolle. Sogar drei Oscar-Nominierungen räumte Werner Richard Heymann ab. Doch glücklich war er in Amerika nicht.

Den assimilierten Jecke zog es in seine deutsche Heimat zurück. 1957 ließ er sich sogar hier wieder einbürgern. Zum Nachweis seiner Verwurzelung im deutschen Brauchtum verlangte damals der zuständige Beamte von Heymann, ein deutsches Volks- lied vorzusingen. Der stimmte daraufhin seinen eigenen Schlager Das gibt's nur einmal an. Das war Chuzpe in Reinform, eine Chuzpe, die auch Heymanns Songs prägte.

KULTURTAGE Die Geschichte steht in dem Büchlein Werner Richard Heymann. Berlin, Hollywood und kein Zurück, erschienen im Verlag Hentrich & Hentrich. Geschrieben hat es Wolfgang Trautwein. »Dafür ist der gesamte Italienurlaub draufgegangen«, echauffiert sich die Frau des Autors. In Italien war es auch, wo sie ein Anruf von Martin Krantz von den Jüdischen Kulturtagen Berlin erreichte.

»Ich stand gerade auf der Piazza in Siena und verstand mein eigenes Wort nicht wegen der vielen Motorroller, aber es wurde mir allmählich klar, dass es mit dem Heymann-Abend bei den Kulturtagen 2011 klappen würde.« Für das Eröffnungskonzert der Kulturtage an diesem Donnerstag um 20 Uhr in der Synagoge Rykestraße hat Elisabeth Trautwein-Heymann lange gekämpft, dafür die Schauspielerin und Sängerin Dagmar Manzel mit dem Pianisten Tal Balshai »verkuppelt«.

»So schaut einfach meine Arbeit aus, dass ich immer wieder Leute miteinander in Verbindung bringe, von denen ich meine, sie könnten was für Heymann tun. Ich bin eine Funkelstein-Sammlerin. Es sind ganz viele Steinchen, die man sammelt, und man weiß noch gar nicht, wird das ein Muster, wird das je fertig. Und auf einmal fügt sich das dann zu einem größeren Bild zusammen.«

Sagt's und streicht ihre blonden Haare hinter die Ohren. Diese Geste macht sie oft, seit ihr als Kind gesagt wurde, dass man ihr, wie dem Vater, an den großen Ohren das Jüdischsein ansehe. Seither ist sie sehr stolz darauf. Auf den Vater. Auf die Ohren. Auf das Jüdischsein.

Ohrwürmer und Gassenhauer: Scarlett O' singt Werner Richard Heymann

Von Kathrin Noll
Schlüchtern Ein launiger Kleinkunstabend voller Ohrwürmer: Scarlett O' und Co. begeisterten am Donnerstagabend mit Schlagern des Filmkomponisten Werner Richard Heymann und erzählten im Kuki-Zelt Humorvolles aus seinem bewegten Leben.

Zu UFA-Zeiten prangte sein Name größer auf den Filmplakaten als der des Regisseurs oder der Hauptdarsteller, heute ist er fast vergessen – seine Melodien jedoch nicht. Der jüdische Komponist Werner Richard Heymann (1896-1961) war ein Star. Erst im Berlin der 20er und 30er Jahre, später nach der Emigration auch in Hollywood. 2011 jährt sich sein Todestag zum 50. Mal. Dies nahm die Berliner Sängerin Scarlett O' zum Anlass, ein kleines, feines Programm unter dem Titel „Das gibt's nur einmal“ mit bekannten und unbekannten Liedern Heymanns zusammenzustellen. Am Donnerstagabend war Premiere im Kuki-Zelt in Schlüchtern.

„Das ist die Liebe der Matrosen“, „Irgendwo auf der Welt“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ sind bis heute Ohrwürmer. Aber auch die weniger geläufigen Songs Heymanns sind wahre Gassenhauer, fabelhaft vorgetragen von Scarlett O'. Die sympathische Berlinerin besitzt nicht nur Ausstrahlung, sondern zudem eine ausdrucksstarke und höchst wandlungsfähige Stimme, die mehr als einmal an die große Zarah Leander erinnerte. Mal kraftvoll und raumgreifend, mal sinnlich-verrucht und frech, dann wieder melancholisch-zart – Scarlett O' traf immer den richtigen Ton.

„Ein Geschenk für die Frauen“

Begleitet wurde sie von zwei famosen Musikern: dem Ausnahmegitarristen Jürgen Ehle, Gründungsmitglied der legendären Berliner Band Pankow, sowie Pianist Matthias Binner, der auch als Komponist und Arrangeur für die großen Theaterhäuser Deutschlands arbeitet. Gut gelaunt führte das Trio durch das Werk Werner Richard Heymanns und brachte dabei zuweilen noch nie Gehörtes und wenig Bekanntes aus seinem bewegten Leben zu Tage. Zwischen den Songs lasen die drei abwechselnd und pointiert aus Heymanns erfrischend-heiterer Autobiografie vor und ließen seine vier Ehefrauen und einige Kollegen wie Trude Hesterberg oder Hans Albers zu Wort kommen. Dabei entpuppte sich der Filmpionier nicht nur als genialer Komponist und als „Geschenk für die Frauen“, sondern darüber hinaus als ein Mann mit viel Humor, der auch Sketche und witzige Schüttelreime verfasste.

Am Ende wollte das Publikum die drei gar nicht mehr gehen lassen. „Komm mit mir nach Brasilien“, „Wir zahlen keine Miete mehr“ und „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ bildeten den krönenden, viel beklatschten Abschluss dieses mehr als gelungenen Tourauftakts.

Erneut entpuppte sich das rote Zirkuszelt des Schlüchterner Kulturkinos auf der Mauerwiese als perfekte Bühne für die Kleinkunst, die von der Intimität, besonderen Atmosphäre und der Nähe zum Publikum lebt und in großen Sälen und Hallen meist recht verloren wirkt. Wie schrieb Heymann schon für die Comedian Harmonists: „Wenn ich sonntags in mein Kino geh' …“ Doch auch an anderen Wochentagen kann man hier viel Interessantes erleben.

"Täglich Live-Musik"
Interview: Elisabeth Trautwein-Heymann über ihren Vater

VON S I M O N  N E U T Z E, KASSEL.
Seinen Namen kennen nur wenige, doch seine Melodien brachten es zu Weltruhm: Werner Richard Heymann zählte von den 20er- bis in die 50er-Jahre zu den bedeutendsten deutschen Filmkomponisten und war mehrfach für den Oscar nominiert. Von ihm stammen Titel wie „Ein Freund, ein guter Freund" aus „Die drei von der Tankstelle" (1930) und „Das gibt's nur einmal" aus „Der Kongreß tanzt" (1931). In der Biografie „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen" hat seine Tochter Elisabeth Trautwein-Heymann gemeinsam mit Hubert Ortkemper das Leben Heymanns aufgearbeitet, von seiner Geburt 1896 in Königsberg über seinen Ruhm, die Flucht vor den Nazis bis zu seinem Tod 1961 in München. Am Freitag liest Trautwein- Heymann in Kassel aus der Biografie. Dazu präsentieren die Pianistin Lisa Sommerfeld sowie die Sänger Nikolas Heiber und Karoline Goebel einige seiner Lieder.

Die Melodien Ihres Vaters waren einem großen Publikum bekannt - wie präsent waren sie in Ihrer Kindheit?
ELISABETH TRAUTWEIN-HEYMANN:
Zu Hause gab es täglich Live- Musik. Er wurde häufig von Rundfunkstationen eingeladen, live zu spielen. Für diese Auftritte, bei denen er verschiedene Sänger am Klavier begleitete, probte er mit den jeweiligen Künstlern bei uns zu Hause im Musikzimmer. Und ich lauschte aufmerksam unter dem Tisch.

Sein bekanntestes Stück ist „Ein Freund, ein guter Freund" - bemerken Sie heute noch, wenn jemand die Melodie pfeift?
TRAUTWEIN-HEYMANN: Ja, natürlich. Es ist immer wie ein kleiner Gruß meines Vaters. Viele Leute spielen das Lied auf Feiern und wissen nicht, von wem es stammt. Seine Stücke sindVolkslieder geworden. Er hat sich immer so vorgestellt: „Sie kennen mich nicht, aber Sie haben schon viel von mir gehört."

Hätte sich Ihr Vater nicht auch etwas mehr Ruhm gewünscht, so wie ein Schlagerstar?
T
RAUTWEIN-HEYMANN:
Er sicher nicht, ich schon. Weil es so einfacher wäre, seine Musik am Leben zu erhalten. Sein Können war meinem Vater bewusst. Aber es war ihm ganz recht, dass um seine Person nicht so viel Aufmerksamkeit herrschte.

Trotz seines Erfolges musste Ihr Vater immer wieder bei null anfangen: Als Jude floh er 1933 aus Berlin nach Paris, dann in die USA, kehrte 1952 nach Deutschland zurück. Hat er darüber auch mit Ihnen als Kind gesprochen?
T
RAUTWEIN-HEYMANN:
Es war absolut ein Thema. Mir ist einmal aufgefallen, dass er einer bestimmten Person nicht die Hand gab. Ich habe ihn gefragt, warum. Mein Vater antwortete: „Weil das ein übler Nazi war." Er hat mir dann, so weit ich es als Kind verstehen konnte, von seiner Flucht erzählt. Er war kein verhärmter Mensch, aber er hat Charakter gezeigt.
 

Lions Club Berlin-Wannsee
Deutsche Oper: Benefizkonzert zugunsten von Berliner helfen
Samstag, 6. Februar 2010 02:01

Der Lions Club Berlin-Wannsee veranstaltet zum 15. Mal mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin sein traditionelles Benefizkonzert.

Das Konzert am 19. März findet in diesem Jahr zugunsten von Berliner helfen statt. (...) Moderiert wird der Konzertabend von der in Berlin lebenden Amerikanerin Gayle Tufts. Im ersten Teil des Konzertes erklingen - gespielt vom Salonorchester der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Tomasz Tomaszewski - Melodien des Komponisten Werner Richard Heymann (1896-1961). Bis 1933 komponierte er die Musik für 15 UFA-Filme, darunter "Die Drei von der Tankstelle" ("Ein Freund, ein guter Freund", "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen") und "Der Kongress tanzt" ("Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder"). 1933 emigrierte der aus einer jüdischen Familie stammende Heymann nach Paris und 1936 nach Hollywood. Dort schrieb er die Musik für 44 Filme, darunter für Lubitschs "Ninotschka" mit Greta Garbo. Gesangsolistin ist Annette Postel.
 

Premiere. In den frühen 30er-Jahren verfilmte die UFA "Die Drei von der Tankstelle". Jetzt kommt die musikalische Komödie in Zinnowitz auch auf die Bühne. Von Uwe Roßner

Zinnowitz. Theater mit Überlänge hat etwas. Gerade bei dem Wagnis, einen Filmklassiker auf die Bühne zu bringen. Und dies in Zeiten, in denen Kino das Publikum längst mit bekannten Märchen, Romanen oder gar wahren Geschichten aus dem Leben in die Säle lockt und zudem technisch zu neuen Ufern aufbricht. Mit der musikalischen Komödie "Die Drei von der Tankstelle" nach der erfolgreichen Filmoperette von Franz Schulz und Paul Frank aus dem Jahre 1930 geht Wolfgang Bordel diesen Schritt. Der Erfolg am Premierenabend gab ihm Recht. Bis auf den letzten Platz füllten die Zuschauer die "Blechbüchse" der Vorpommerschen Landesbühne Anklam. Und dies am vorletzten Tag des alten Jahres. (...)
Denn ob Jung oder Alt - die still genießende Begeisterung an dessen zu Klassikern gewordenen Vertonungen von Robert Gilberts Texten wie "Ein Freund, ein guter Freund", "Hallo, Du süße Frau, fahr' nicht allein" oder "Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen" war groß...
 

Bisschen Glück: Zwanziger Jahre im Philharmonischen Salon

Scherze über ausverkaufte Häuser darf sich erlauben, wer selber vor ausverkauften Häusern spielt. Hier geht es um eine Reportage aus dem Berlin von 1927, die im „Philharmonischen Salon“ zitiert wird. Und Kurator Götz Teutsch spürt, dass die musikalisch-literarische Erfolgsserie der Berliner Philharmoniker auf ein Publikum aus „Freunden“ trifft. „Irgendwo auf der Welt“ von dem vielseitig präsentierten Komponisten Werner Richard Heymann bildet diesmal das Motto zum „Flanieren durch das Berlin der Zwanziger Jahre“. Dagmar Manzel singt das Lied, sie ist in der Vortragsfolge Göre und Seele zugleich, um am Ende noch einmal ihr „kleines bisschen Glück“ zu beschwören. Da ist das Programm schon ernst und tief geworden, ein Kunstgriff entgegen üblicher Praxis, indes lustige Sachen den ersten Teil bestimmen. Texte von Tucholsky, ein Concertino von Schulhoff, eine Trauermusik von Hindemith, „Der Graben“ von Eisler stehen für die Gefühle zwischen dem Ersten Weltkrieg und der nahenden Katastrophe.

Anfangs schimmert mit Kurt Weill „Berlin im Licht“ – und staccato zählt Comedian-Rezitator Robert Gallinowski die Legion musischer und kommerzieller Sensationen in der tanzenden Stadt auf. Für Jazz und Kaffeehausmusik engagieren sich Manfred Preis (gefeierter Saxofonist), Martin Stegner (Viola), Cordelia Höfer, Uwe Hilprecht (Klavier), Helmut Nieberle (Jazzgitarre), Kotowa Machida (Violine), Esko Laine (Bass), klassische Melodien feiern Emmanuel Pahud und Gábor Tarkövi. Am Stichwort Massary entzündet sich ein Glanzlicht, Leo Falls „Joseph, ach Joseph“ als entzückend alberne Darbietung der beiden Schauspieler Manzel und Gallinowski. Durch die Mauerfallszenerie vom Potsdamer Platz kommend, kann man sich im Kammermusiksaal zurückträumen an denselben Ort vor 85 Jahren. Die Sorgen haben auch damals nicht gefehlt. Sybill Mahlke
 


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