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Termine, Presse
Papa, mein Herz lässt dich grüßen Die Frau war seine Gattin Elisabeth Trautwein-Heymann, einzige Tochter und Rechtsnachfolgerin des Filmkomponisten. Die beiden kennen sich seit 1997, als sie wegen eines Operettenkongresses nach Berlin kam und ihren künftigen Mann kennenlernte. »Ich habe ihn gesehen und mein Herz hat einen Sprung gemacht. Das war gleich eine Seelenübereinstimmung.« RÜHRIG Zu dieser Übereinstimmung gehört, dass er sie bei ihrer selbst gestellten Lebensaufgabe unterstützt, die Erinnerung an ihren Vater und sein Werk wachzuhalten. Lange hat Elisabeth Trautwein-Heymann etwa für die Gedenktafel gekämpft, die nun am Haus am Karolingerplatz 5 in Berlin-Westend hängt, jenem von Erich Mendelsohn errichteten Domizil, in dem Heymann bis zu seiner Flucht aus Deutschland lebte. Ein anderes Mal »habe ich alle in Deutschland aktiven Salonorchester angeschrieben, weil ich die Idee hatte, sie sollten doch die Lieder meines Vaters öfter spielen. Von vielen habe ich keine Antwort erhalten, aber ein paar Leute haben sich dann doch gemeldet«, erzählt die studierte Tanzpädagogin in einer Mischung aus Münchner und Wiener Dialekt, ihren beiden Lebensstationen, bevor sie 1998 nach Berlin übersiedelte. Zu denen, die sich meldeten, gehörte das Salonorchester Schwanen, das mit der Diseuse Annette Postel ein Album zu Heymanns 50. Todestag in diesem Jahr produziert hat, darauf einige seiner größten Hits wie Das gibt's nur einmal, Liebling, mein Herz lässt dich grüßen oder Irgendwo auf der Welt. Mit dabei auf der CD sind auch eine Reihe von illustren Gästen wie Georg Kreisler, Gert Wilden und – natürlich – Elisabeth Heymann selbst, die Episoden aus dem Leben ihres Vaters erzählt. Zum Beispiel die traurige Geschichte von dem braunen Königspudel, den Heymann 1933 bei Freunden zurückließ, als er aus Deutschland fliehen musste. Das Tier wurde erschossen, weil es ein »Judenhund« war, erzählt die Tochter. Erfahren hat sie das von ihrem Vater, als der nach dem Krieg der kleinen Elisabeth einen anderen braunen Königspudel schenkte. Kein Wunder, dass der Vater nach seiner Rückkehr aus den USA 1951 nicht jedermann die Hand geben wollte. Er wusste, wer bei den Nazis mitgemacht hatte und wer nicht. HOLLYWOOD Der gefeierte UFA-Komponist von einst konnte in der jungen Bundesrepublik an seine Vorkriegserfolge anknüpfen. Die Musik zu Kassenschlagern wie Alraune mit Hildegard Knef oder Heidelberger Romanze mit Lilo Pulver stammte von Heymann. Nachzulesen sind diese biografischen Details in der von Hubert Ortkemper herausgegebenen Biografie Liebling, mein Herz lässt dich grüßen, die in einer erweiterten Neuauflage ebenfalls anlässlich des 50. Todestages erschienen ist. Dort werden auch Heymanns bislang wenig dokumentierten Jahre im Exil beschrieben, die nicht immer nur filmreif verliefen. In Paris wurden zwar seine Operetten Florestan I., Prince de Monaco und Trente et Quarante am Théatre des Bouffes Parisiens uraufgeführt. Doch in den USA, in die Heymann Ende der 30er-Jahre weitergeflüchtet war, hatte der einst berühmteste Filmkomponist Deutschlands einen schweren Start, bevor er in Hollywood Fuß fassen konnte. Dann aber kam der Erfolg wieder, unter anderem mit der Musik zu Ernst Lubitschs Ninotschka mit Greta Garbo in der Hauptrolle. Sogar drei Oscar-Nominierungen räumte Werner Richard Heymann ab. Doch glücklich war er in Amerika nicht. Den assimilierten Jecke zog es in seine deutsche Heimat zurück. 1957 ließ er sich sogar hier wieder einbürgern. Zum Nachweis seiner Verwurzelung im deutschen Brauchtum verlangte damals der zuständige Beamte von Heymann, ein deutsches Volks- lied vorzusingen. Der stimmte daraufhin seinen eigenen Schlager Das gibt's nur einmal an. Das war Chuzpe in Reinform, eine Chuzpe, die auch Heymanns Songs prägte. KULTURTAGE Die Geschichte steht in dem Büchlein Werner Richard Heymann. Berlin, Hollywood und kein Zurück, erschienen im Verlag Hentrich & Hentrich. Geschrieben hat es Wolfgang Trautwein. »Dafür ist der gesamte Italienurlaub draufgegangen«, echauffiert sich die Frau des Autors. In Italien war es auch, wo sie ein Anruf von Martin Krantz von den Jüdischen Kulturtagen Berlin erreichte. »Ich stand gerade auf der Piazza in Siena und verstand mein eigenes Wort nicht wegen der vielen Motorroller, aber es wurde mir allmählich klar, dass es mit dem Heymann-Abend bei den Kulturtagen 2011 klappen würde.« Für das Eröffnungskonzert der Kulturtage an diesem Donnerstag um 20 Uhr in der Synagoge Rykestraße hat Elisabeth Trautwein-Heymann lange gekämpft, dafür die Schauspielerin und Sängerin Dagmar Manzel mit dem Pianisten Tal Balshai »verkuppelt«. »So schaut einfach meine Arbeit aus, dass ich immer wieder Leute miteinander in Verbindung bringe, von denen ich meine, sie könnten was für Heymann tun. Ich bin eine Funkelstein-Sammlerin. Es sind ganz viele Steinchen, die man sammelt, und man weiß noch gar nicht, wird das ein Muster, wird das je fertig. Und auf einmal fügt sich das dann zu einem größeren Bild zusammen.« Sagt's und streicht ihre blonden Haare hinter die Ohren. Diese Geste macht sie oft, seit ihr als Kind gesagt wurde, dass man ihr, wie dem Vater, an den großen Ohren das Jüdischsein ansehe. Seither ist sie sehr stolz darauf. Auf den Vater. Auf die Ohren. Auf das Jüdischsein.Ohrwürmer und Gassenhauer: Scarlett O' singt Werner Richard
Heymann Zu UFA-Zeiten prangte sein Name größer auf den Filmplakaten als der des Regisseurs oder der Hauptdarsteller, heute ist er fast vergessen – seine Melodien jedoch nicht. Der jüdische Komponist Werner Richard Heymann (1896-1961) war ein Star. Erst im Berlin der 20er und 30er Jahre, später nach der Emigration auch in Hollywood. 2011 jährt sich sein Todestag zum 50. Mal. Dies nahm die Berliner Sängerin Scarlett O' zum Anlass, ein kleines, feines Programm unter dem Titel „Das gibt's nur einmal“ mit bekannten und unbekannten Liedern Heymanns zusammenzustellen. Am Donnerstagabend war Premiere im Kuki-Zelt in Schlüchtern. „Das ist die Liebe der Matrosen“, „Irgendwo auf der Welt“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ sind bis heute Ohrwürmer. Aber auch die weniger geläufigen Songs Heymanns sind wahre Gassenhauer, fabelhaft vorgetragen von Scarlett O'. Die sympathische Berlinerin besitzt nicht nur Ausstrahlung, sondern zudem eine ausdrucksstarke und höchst wandlungsfähige Stimme, die mehr als einmal an die große Zarah Leander erinnerte. Mal kraftvoll und raumgreifend, mal sinnlich-verrucht und frech, dann wieder melancholisch-zart – Scarlett O' traf immer den richtigen Ton. „Ein Geschenk für die Frauen“ Begleitet wurde sie von zwei famosen Musikern: dem Ausnahmegitarristen Jürgen Ehle, Gründungsmitglied der legendären Berliner Band Pankow, sowie Pianist Matthias Binner, der auch als Komponist und Arrangeur für die großen Theaterhäuser Deutschlands arbeitet. Gut gelaunt führte das Trio durch das Werk Werner Richard Heymanns und brachte dabei zuweilen noch nie Gehörtes und wenig Bekanntes aus seinem bewegten Leben zu Tage. Zwischen den Songs lasen die drei abwechselnd und pointiert aus Heymanns erfrischend-heiterer Autobiografie vor und ließen seine vier Ehefrauen und einige Kollegen wie Trude Hesterberg oder Hans Albers zu Wort kommen. Dabei entpuppte sich der Filmpionier nicht nur als genialer Komponist und als „Geschenk für die Frauen“, sondern darüber hinaus als ein Mann mit viel Humor, der auch Sketche und witzige Schüttelreime verfasste. Am Ende wollte das Publikum die drei gar nicht mehr gehen lassen. „Komm mit mir nach Brasilien“, „Wir zahlen keine Miete mehr“ und „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ bildeten den krönenden, viel beklatschten Abschluss dieses mehr als gelungenen Tourauftakts. Erneut entpuppte sich das rote Zirkuszelt des Schlüchterner Kulturkinos auf der Mauerwiese als perfekte Bühne für die Kleinkunst, die von der Intimität, besonderen Atmosphäre und der Nähe zum Publikum lebt und in großen Sälen und Hallen meist recht verloren wirkt. Wie schrieb Heymann schon für die Comedian Harmonists: „Wenn ich sonntags in mein Kino geh' …“ Doch auch an anderen Wochentagen kann man hier viel Interessantes erleben."Täglich Live-Musik" VON S I M O N N E U T Z E, KASSEL. Die Melodien Ihres Vaters waren einem großen Publikum
bekannt - wie präsent waren sie in Ihrer Kindheit? Sein bekanntestes Stück ist „Ein Freund, ein guter
Freund" - bemerken Sie heute noch, wenn jemand die Melodie
pfeift? Hätte sich Ihr Vater nicht auch etwas mehr Ruhm gewünscht,
so wie ein Schlagerstar? TRAUTWEIN-HEYMANN: Es war absolut ein Thema. Mir ist einmal aufgefallen, dass er einer bestimmten Person nicht die Hand gab. Ich habe ihn gefragt, warum. Mein Vater antwortete: „Weil das ein übler Nazi war." Er hat mir dann, so weit ich es als Kind verstehen konnte, von seiner Flucht erzählt. Er war kein verhärmter Mensch, aber er hat Charakter gezeigt. Lions Club Berlin-Wannsee Das Konzert am 19. März findet in diesem Jahr
zugunsten von Berliner helfen statt. (...) Moderiert wird
der Konzertabend von der in Berlin lebenden Amerikanerin Gayle Tufts.
Im ersten Teil des Konzertes erklingen - gespielt vom Salonorchester
der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Tomasz Tomaszewski
- Melodien des Komponisten Werner Richard Heymann (1896-1961). Bis
1933 komponierte er die Musik für 15 UFA-Filme, darunter "Die
Drei von der Tankstelle" ("Ein Freund, ein guter Freund",
"Liebling, mein Herz lässt dich grüßen")
und "Der Kongress tanzt" ("Das gibt's nur einmal,
das kommt nicht wieder"). 1933 emigrierte der aus einer jüdischen
Familie stammende Heymann nach Paris und 1936 nach Hollywood. Dort
schrieb er die Musik für 44 Filme, darunter für Lubitschs
"Ninotschka" mit Greta Garbo. Gesangsolistin ist Annette
Postel. Premiere. In den frühen 30er-Jahren verfilmte die UFA "Die Drei von der Tankstelle". Jetzt kommt die musikalische Komödie in Zinnowitz auch auf die Bühne. Von Uwe Roßner Zinnowitz. Theater mit Überlänge hat etwas.
Gerade bei dem Wagnis, einen Filmklassiker auf die Bühne zu
bringen. Und dies in Zeiten, in denen Kino das Publikum längst
mit bekannten Märchen, Romanen oder gar wahren Geschichten
aus dem Leben in die Säle lockt und zudem technisch zu neuen
Ufern aufbricht. Mit der musikalischen Komödie "Die Drei
von der Tankstelle" nach der erfolgreichen Filmoperette von
Franz Schulz und Paul Frank aus dem Jahre 1930 geht Wolfgang Bordel
diesen Schritt. Der Erfolg am Premierenabend gab ihm Recht. Bis
auf den letzten Platz füllten die Zuschauer die "Blechbüchse"
der Vorpommerschen Landesbühne Anklam. Und dies am vorletzten
Tag des alten Jahres. (...) Bisschen Glück: Zwanziger Jahre im Philharmonischen Salon Scherze über ausverkaufte Häuser darf sich erlauben, wer selber vor ausverkauften Häusern spielt. Hier geht es um eine Reportage aus dem Berlin von 1927, die im „Philharmonischen Salon“ zitiert wird. Und Kurator Götz Teutsch spürt, dass die musikalisch-literarische Erfolgsserie der Berliner Philharmoniker auf ein Publikum aus „Freunden“ trifft. „Irgendwo auf der Welt“ von dem vielseitig präsentierten Komponisten Werner Richard Heymann bildet diesmal das Motto zum „Flanieren durch das Berlin der Zwanziger Jahre“. Dagmar Manzel singt das Lied, sie ist in der Vortragsfolge Göre und Seele zugleich, um am Ende noch einmal ihr „kleines bisschen Glück“ zu beschwören. Da ist das Programm schon ernst und tief geworden, ein Kunstgriff entgegen üblicher Praxis, indes lustige Sachen den ersten Teil bestimmen. Texte von Tucholsky, ein Concertino von Schulhoff, eine Trauermusik von Hindemith, „Der Graben“ von Eisler stehen für die Gefühle zwischen dem Ersten Weltkrieg und der nahenden Katastrophe. Anfangs schimmert mit Kurt Weill „Berlin im
Licht“ – und staccato zählt Comedian-Rezitator
Robert Gallinowski die Legion musischer und kommerzieller Sensationen
in der tanzenden Stadt auf. Für Jazz und Kaffeehausmusik engagieren
sich Manfred Preis (gefeierter Saxofonist), Martin Stegner (Viola),
Cordelia Höfer, Uwe Hilprecht (Klavier), Helmut Nieberle (Jazzgitarre),
Kotowa Machida (Violine), Esko Laine (Bass), klassische Melodien
feiern Emmanuel Pahud und Gábor Tarkövi. Am Stichwort
Massary entzündet sich ein Glanzlicht, Leo Falls „Joseph,
ach Joseph“ als entzückend alberne Darbietung der beiden
Schauspieler Manzel und Gallinowski. Durch die Mauerfallszenerie
vom Potsdamer Platz kommend, kann man sich im Kammermusiksaal zurückträumen
an denselben Ort vor 85 Jahren. Die Sorgen haben auch damals nicht
gefehlt. Sybill Mahlke |
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